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Das
Wichtigste sind die Kaffeepausen Finden
die entscheidenden Gespräche in den Pausen statt?
Das
Wichtigste sind die Kaffeepausen diesen Satz habe ich unlängst nach
einer Sitzung von jemandem gehört, der meinte, dass die entscheidenden Gespräche
in den Pausen stattfinden. Ich finde diesen Satz bemerkenswert, denn auch meine
Erfahrung geht dahin, dass mir sehr oft nicht die großen Veranstaltungen,
die durchgestylten Kurse und die Lehrsätze der Referenten in Erinnerung geblieben
sind, sondern das Kleine, zwischendurch Erlebte, die ungeplanten Gespräche
und Begegnungen zwischen Tür und Angel. Zwischen
Tür und Angel Da
habe ich manchmal nicht nur alte Bekannte getroffen, die mir ihre Stimmung und
Meinung zum Thema des Tages kundtaten, sondern noch öfter neue Leute getroffen,
die mich auf dieses oder jenes mir völlig Unbekannte hingewiesen haben oder
die mich einfach nur kennen lernen wollten. Was ich daraus lerne: Einerseits ist
es so: Natürlich sind gut organisierte Sitzungen und Veranstaltungen mit
erstklassigen Angeboten wichtig. Sonst käme ja keiner mehr und es käme
auch nicht zu zielorientierten Gesprächen, Auseinandersetzungen und Umsetzungen.
Das andere stimmt aber auch: Dass, wenn ich schlecht drauf bin, nicht
der Beschluss eines Gruppenrates oder eines Ausschusses mich tröstet, sondern
die Geste eines lieben Freundes; oder dass mir in meiner schwierigen Gruppensituation
nicht ein Referat weiterhilft, sondern vielleicht der gute Rat einer Teilnehmerin. Kontakt
in der Nähe
Nicht in der Distanz finde ich Kontakt, sondern in der Nähe, dort, wo das
Gesagte sozusagen in kleine Münze, in Euro oder Cent, umgewechselt wird.
Das kann ich spüren und leben. So habe ich also von den Kaffeepausen (kann
natürlich genau so gut Tee oder Limo sein) schon manch wertvolle Erkenntnis,
manches liebe oder aber auch kritische Wort, manchen Händedruck und manches
Bussi mit nach Hause genommen. Beste
Ideen nach der Sitzung Übrigens,
noch so ganz am Rande erwähnt: Die wichtigsten Worte bei vielen Besuchen
werden beim Abschied an der Haustür gewechselt, ich denk mir, weil man da
jeder Zeit abbrechen kann. Und die besten Ideen kommen einem oft nach der Sitzung,
weil da keiner mehr da ist, der gleich auf Umsetzung drängt. Vielleicht sollten
wir bei unseren Rückblicken in Zukunft nicht nur nach dem Gelingen,
bzw. Misslingen unserer Events fragen, sondern auch: Na! Und
wie waren die Kaffeepausen? Deine
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VON
ULRIKE WOLF-NINDLER Ulrike
Wolf-Nindler ist evangelische Landeskuratin der NÖ. Pfadfinder und Pfadfinderinnen. |