Niederösterreichische Pfadfinder und Pfadfinderinnen
WIR ÜBER UNS GRUPPEN IN NÖ TEAM AUSBILDUNG MEINUNG DOWNLOADS

Glaube – wozu?

Wo hat Gott heute noch seinen Platz?


Wenn ich mich bei einem Kurs oder einer Tagung vorstelle und meinen Beruf erwähne, merke ich manchmal wie mein Gegenüber unsicher wird. Im Gespräch erlebe ich dann oft, dass sich Menschen entschuldigen, indem sie sagen: „Glauben tu ich schon, aber in die Kirche geh´ ich nicht!“ Oder „Ich bin schon religiös, aber….!“

Tabuthema Religiosität

Sich zu seiner Religiosität zu bekennen ist zu einem Tabuthema in unserer Gesellschaft geworden. Wir reden nicht gerne darüber, was und ob uns der Glaube etwas bedeutet. Spiritualität und Religion machen eine Facette unseres Menschseins aus. Jeder von uns lebt diese auf verschiedenste Weise aus – oft unbewusst.

In der Pfadfinderarbeit wird der erste Schwerpunkt „Leben aus dem Glauben“ gerne „vergessen“, aufs Minimum reduziert und nicht mit derselben Intensität behandelt wie die Restlichen. Woran mag das liegen? Haben wir Führer vielleicht selber ein Problem mit der eigenen Religiosität? Oder fühlen wir uns nicht „kompetent“ genug sie weiterzuvermitteln?

Glaube aber ist:
Feststehen in dem, was man erhofft,
Überzeugt sein von Dingen, die man nicht sieht.
Heb 11,1

Ich denke, dass es gut ist zu seinem Unvermögen zu stehen. Auch uns „Hauptamtlichen“ fällt es nicht immer leicht die richtige Mischung für das richtige „Publikum“ zu finden, noch dazu, wo die so vielfältig ist. Ich habe mir angewöhnt authentisch zu bleiben - meinen Glauben in den Mittelpunkt zu stellen. Nur so bleibe ich glaubwürdig.

Oft höre ich, dass Menschen sagen: „Ich glaube an nichts.“ Wenn ich dann nachfrage, stellt sich heraus, dass auch dieser Mensch an etwas glaubt – es heißt vielleicht nicht Gott.

Neue Facetten entdecken

Stell dir selber einmal die Frage, woran du im Leben glaubst. Ich denke, es werden dir viele Facetten deines Lebens und deiner Umwelt einfallen. Sie alle haben mit deinem Glauben, deiner Religiosität und Spiritualität zu tun. Sie sind dir nur nicht bewusst. Sie tragen im Leben und geben Kraft. Oft liegen sie verschüttet und warten nur darauf hervorgekehrt zu werden.

Wo hat Gott noch seinen Platz? Ich denke überall – auch wenn wir ihn vielleicht nicht immer so nennen. Es würde mich freuen, Nimm die Herausforderung des ersten Schwerpunktes an und entdecke so neue Facetten deines Glaubens und deiner Spiritualität. Viel Glück dabei.

Deine Meinung zu diesem Artikel ist uns wichtig! Verfasse einen Beitrag in unserem Forum!

VON HEIDRUN FICHTINGER

Heidrun Fichtinger ist Leiterin des spirituellen Arbeitskreises der NÖ. Pfadfinder und Pfadfinderinnen, Pastoralassistentin und Religionslehrerin.