Niederösterreichische Pfadfinder und Pfadfinderinnen
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Kaputte Männer machen die Welt kaputt!

In vielen Pfadfindergruppen ist Religion oft eine Sache der Profis und der Frauen.


„Religion ist nichts für richtige Männer, denn: Selbst ist der Mann!“ Auch in Pfadfindergruppen ist Religion oft eine Sache der Profis und der Frauen. Aber wer sich nur auf sich selbst verlässt, ist von allen anderen verlassen. Solche Männer stehen an der Wand, agieren letztlich hilflos und panisch. Sie sind nicht mehr durchlässig für etwas Größeres. Sie müssen sich den Glauben an sich selbst ständig beweisen, verlieren Ziele und Auftrag, rotieren nur um die eigene Achse und erstarren innerlich. Sie machen sich kaputt und letztlich machen kaputte Männer auch die Welt kaputt.

Männer glauben anders, Frauen auch.

Zugegeben: Die katholischen „Männerkirche“ hat ein Problem mit männlicher Spiritualität und auch damit, Männlichkeit ernst zu nehmen. Männer glauben anders, Frauen auch. Sie haben nicht andere Glaubensinhalte, aber Zugang und Ausdruck des Glaubens können durchaus verschieden sein. Kraft und Aggression, die ein Teil des Mannseins sind, können etwas weiterbringen und Klarheit schaffen, werden kirchlich aber vielfach als destruktiv gesehen. Männer suchen weniger die Beheimatung als vielmehr Herausforderung und Aufgabe.

König, Krieger, Magier und Liebhaber

In der spirituellen Männerarbeit der letzten Jahre ging es viel um die vier männlichen Archetypen: den König, den Krieger, den Magier und den Liebhaber. Sie sollen gleichsam positive Bilder des Mannsein sein (dazu gibt es aber auch die jeweiligen Schattenmuster). Jesus war archetypisch gesehen vor allem Krieger und Liebhaber und das in einer unvergleichbaren Kombination: Er wäscht den Leuten den Kopf und die Füße.

Spirituelle Erfahrungen für Burschen und Männer

So sehe ich in der Pfadfinderbewegung, wo Aufgaben und Herausforderung eine Rolle spielen, auch einen Ort wo Burschen und Männer spirituelle Erfahrungen machen können. Es fehlt bei manchen Aktionen vielleicht nur am spirituell deutenden Wort. Ich erinnere mich gern an eine CaEx-Wanderung im Astner Moos, bei der die Mittagspause, dank eines deutenden Satzes, als spirituelles Erlebnis erkannt wurde.

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VON EDUARD SCHIPFER

Eduard Schipfer ist römisch-katholischer Landeskurat der NÖ. Pfadfinder und Pfadfinderinnen.